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Auch in diesem Jahr trafen sich insgesamt neun gestandene Dachdecker, um ihr Können rund um die „bunten“ Schiefersteine zu verbessern.

In der rheinischen Millionenmetropole wird aus Tradition ganz schnell Brauchtum. Das gilt uneingeschränkt für den immer im Januar stattfindenden Schiefer-Ornament-Kurs der Handwerkskammer Köln. Von Hans-Peter Koennecke ins Leben gerufen, wird die Tradition unter etwas geänderten Vorzeichen aber mit gleich hohem Zuspruch von seinem Nachfolger DDM Mike Lindner fortgesetzt. So trafen sich auch in diesem Jahr wieder insgesamt neun gestandene Dachdecker, um ihr Können rund um die „bunten“ Schiefersteine zu verbessern.

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Lindner, selbst einst Teilnehmer eines Ornamentkurses, will mit dem etwas veränderten Konzept der Theorie ein wenig mehr Raum geben. „Natürlich wurden auch bisher viel Informationen rund um das Erstellen eines Schieferornamentes weitergegeben“, so der neue Leiter der Meisterschule für Dachdecker. „Aber wir wollen das Schritt für Schritt auf Ornamente herunterbrechen, die auch im Alltag vorkommen.“ So wurde für alle neuen Teilnehmer die Größe des Ornamentes begrenzt. Das hat den Vorteil, dass die Bilder auch in der dafür vorgesehenen Zeit fertig werden.

Eigentlich sollten die Teilnehmer auch ganz praktisch lernen, wie man eine Vorlage selbst erstellt, das hätte aber den Zeitrahmen von einer Woche deutlich gesprengt. Aber ein gewisser Lerneffekt zeigte sich dennoch. So waren Teilnehmer zwar mit einer Vorlage angereist, mussten sie aber vor Ort nochmals „verdoppeln“, da immer zwei identische Musterbögen für die Erstellung eins Ornamentes nötig sind.

Mit von der Partie war auch das eingespielte Referententeam Martin Lorenz und DDM Uwe Bierbaum. Wie gewohnt teilten sie ihre theoretischen und handwerklichen Erfahrungen rund um Schieferornamente mit den interessierten Dachdeckern. Dabei ging es von der Motivsuche und der Abstimmung über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Vorlagenherstellung bis hin zu Zeitwerten und Kalkulation.

Nach dem theoretischen Teil startet die praktische Umsetzung. So entstanden in den verbliebenen Kurstagen aus den groben Vorlagen ansehnliche Kunststücke aus kleinen und großen Schiefersteinen. Ein Großteil des notwendigen Farbschiefers lieferte wie in den Jahren zuvor die Primero-Schiefer GmbH, Wipperfürth.

Am Ende der Woche sind nicht nur alle mit ihren Ornamenten fertig geworden, sondern laden diese auch direkt ein, um sie mit nach Hause zu nehmen. Ein weiterer Vorteil der Größenbeschränkung: die meisten Kunstwerke passen problemlos in den üblichen Firmenfahrzeuge. Stolz präsentiert jeder noch sein „Kunststück“ für den Fotografen, bevor es ins wohlverdiente Wochenende geht. Mike Lindner plant schon den nächsten Kurs für 2021. Und sogar noch ein bisschen mehr...