Zeige Navigation

Nach intensiver Generalüberholung im Werk setzte ein 150 t Kran das Arbeitsschiff erneut auf den Baggersee.

Zehn Meter lang, drei Meter breit, zehn Tonnen Eigengewicht und 28 Tonnen Auftrieb: Das sind die wichtigsten Daten der „EMS UNIKA“. Seit Anfang September hat die wohl erste umgerüstete ElektroMotorSchuteDeutschlands ihren Betrieb auf einem Baggersee der Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co. KG aufgenommen.

download

Nach intensiver Generalüberholung im Werk setzte ein 150 t Kran das Arbeitsschiff erneut auf den Baggersee. Die war nötig geworden, da das zuständige Regierungspräsidium zum Schutz des Grundwassers keine Verbrennungsmotoren mehr auf dem Baggersee erlaubt. Also musste der vorhandene Dieselmotor gegen einen Elektromotor ausgetauscht werden.

„Am schwierigsten war es, einen passenden Antrieb zu finden“, erklärt Hubert Bachmann, Betriebsleiter der Rodgauer Baustoffwerke. Schließlich gibt es für den Umbau der Schute keine Anleitung oder einen passenden Bausatz. Motor, Batterien und Wechselrichter wurden einzeln eingekauft und aufeinander abgestimmt. Auch die Steuerung musste komplett umgebaut werden. Denn das neue Bootsgetriebe hat keinen Rückwärtsgang, stattdessen wird die Schiffsschraube um 180 Grad gedreht.

Deshalb wurde die Schute in der eigenen Schlosserei aufwändig umgebaut.  Die Klappe im Boden – früher zur „Verklappung“ von nicht nutzbarem Material eingesetzt – wurde dauerhaft geschlossen. Für den Betrieb des modernen Elektromotors mit 30 KW Leistung sind Batterien mit einem Gewicht von ca. zwei Tonnen erforderlich. Sie fanden im ehemaligen Laderaum Platz. Aufgeladen werden die Batterien innerhalb von sechs bis acht Stunden an einer eigens geschaffenen Ladestation.

Nach der Generalüberholung dient die 60 Jahre alte Schute ab sofort als Reparaturplattform für Montage- und Wartungsarbeiten am Baggerschiff und an den Schwimmbändern. Aufgrund ihres Auftriebs kann die Schute 18 Tonnen Ersatzteile und Werkzeuge aufnehmen. Das reicht sogar für den riesigen Greifer des Baggers. 

Aber nicht nur der Elektromotor und der Anstrich sind neu, sondern auch der Name. Gabriele Schrei, Leiterin technische Bearbeitung UNIKA Planelemente, taufte die Schute nach traditioneller Art auf den Namen „EMS UNIKA“ und wünschte Schiff und Besatzung für zukünftige Aufgaben „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“.